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Progressor
Beiträge: 938 | Zuletzt Online: 25.12.2018
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    • Progressor hat einen neuen Beitrag "Neue Verwirrungen im Target-Streit" geschrieben. 16.12.2018

      vielen Dank für Ihre E-Mail und Ihr Interesse an der Europäischen Zentralbank (EZB).

      Bezugnehmend auf Ihre Fragen möchten wir Sie auf Artikel 10.4 der „Satzung des Europäischen Systems der Zentralbanken und der Europäischen Zentralbank“ (https://www.ecb.europa.eu/ecb/legal/pdf/..._protocol_4.pdf) sowie auf Artikel 3 und 4 der Geschäftsordnung der Europäischen Zentralbank https://www.ecb.europa.eu/pub/pdf/other/...1f730a2c088349d hinweisen. Diese regeln die Arbeitsweise des EZB-Rats und wahren deren Unabhängigkeit. Das Abstimmungsverhalten der einzelnen EZB-Ratsmitglieder ist deshalb vertraulich. Der EZB-Rat bemüht sich um Konsens. Es ist aber bekannt, dass nicht alle Beschlüsse der vergangenen Jahre einstimmig gefallen sind.
      Wie Sie vielleicht schon wissen, veröffentlichen wir im Zuge der erweiterten Transparenz seit Anfang 2015 die sogenannten „Accounts“ zu den geldpolitischen Sitzungen des EZB-Rates. Es handelt sich hierbei aber nicht um wörtliche Protokolle, sondern um eine Zusammenfassung der geldpolitischen Diskussionen der EZB-Ratsmitglieder. Diese „Accounts“ können Sie über diesen Link einsehen: https://www.ecb.europa.eu/press/accounts...l/index.en.html und sind sicherlich für Sie von Interesse.

      TARGET2 ist das Zahlungssystem der Zentralbanken des Eurosystems für die schnelle Abwicklung von Zahlungen in Echtzeit. Es hilft dabei, sowohl nationale als auch grenzüberschreitende Zahlungen in Zentralbankgeld schnell und günstig auszuführen. Die TARGET-Salden entsprechen den Nettoforderungen bzw. -verbindlichkeiten der am Zahlungssystem TARGET2 teilnehmenden nationalen Zentralbanken (NZBen) gegenüber der Europäischen Zentralbank (EZB). Aus dem Nettobetrag sämtlicher grenzüberschreitender Zahlungen von und an Banken in anderen Euro-Ländern an einem Tag ergeben sich die täglichen Änderungen der TARGET-Salden der einzelnen NZBen. Die TARGET-Salden sind das Ergebnis grenzüberschreitender Buchgeldströme und insofern die normale Folge von Zahlungstransfers in einem gemeinsamen Währungsraum.

      Der Anstieg der Target-Salden hängt derzeit hauptsächlich mit dem Asset-Purchase-Programm der EZB zusammen. Das bedeutet, wenn die EZB beginnt, die Kaufprogramme zu verkleinern, werden auch die Target2-Salden sinken. Weitere Information zur Funktionsweise von TARGET2 finden Sie über folgenden Link: http://www.ecb.europa.eu/explainers/tell...target2.de.html. Bezugnehmend auf Ihre letzten Fragen, möchten wir darauf hinweisen, dass der Euro unwiderruflich ist und es nicht angemessen ist, dass die EZB Überlegungen zu Hypothesen anstellt, die im EU-Vertrag nicht vorgesehen sind, wie von Herrn Draghi am 6. Februar 2017 im Europäischen Parlament und in einem Brief vom 6. Juni 2017 dargelegt.

    • Progressor hat einen neuen Beitrag "Neue Verwirrungen im Target-Streit" geschrieben. 16.12.2018

      Die Diskussion über die Target 2 Salden hält in der Öffentlichkeit an und wurde bisher nicht abschließend geklärt. Dieser Zustand ist mittlerweile
      demokratiegefährdend. Dazu die Fragen:

      1. Die Überweisungsbeträge bezüglich Target 2 werden von der nationalen Zentralbank von der Geschäftsbank eingezogen. Wieso könnte
      die nationale Zentralbank den Saldo auch nach Verlassen des Gemeinschaftswährungsraums nicht z.B. durch Ausbuchung durch das ESZB oder durch Bargeld
      ausgleichen?

      2. Welchen Vorteil hätte eine nationale Zentralbank diesen Ausgleich nicht zuzulassen?

      3. Wieso musste Mario Draghi in einem Schreiben an italienische Abgeordnete darauf hinweisen, dass nach einem möglichen Verlassen Italiens aus der
      Eurozone der Target Saldo ausgeglichen werden muss? Warum sollte dies Italien nicht klar, nicht möglich sein?

    • Progressor hat einen neuen Beitrag "Neue Verwirrungen im Target-Streit" geschrieben. 16.12.2018

      Ich sehe das so:

      Fremdwährung im Besitz einer Zentralbank stellt ein Aktivposten dar. Verbrennt man also Teile dieser Währung schrumpft das Aktiva und ein buchhalterischer Verlust entsteht.

    • Progressor hat einen neuen Beitrag "Hilfe benötigt: Niedrigere Steuern = höheres Wirtschaftswachstum?" geschrieben. 01.12.2018

      Lieber Herr Waldner,

      das

      https://docplayer.org/62651129-Besteueru...athan-robe.html

      wird mir um die Ohren geschlagen.

    • Progressor hat das Thema "Hilfe benötigt: Niedrigere Steuern = höheres Wirtschaftswachstum?" erstellt. 01.12.2018

    • Progressor hat einen neuen Beitrag "Paul Steinhardt gegen Joachim Nanninga im Streit um die MMT" geschrieben. 01.12.2018

      Lieber Stephan,

      sehr gute Ausführung. Ich habe gerade auch mit diesem Problem in einer Diskussion zu kämpfen.

    • Progressor hat einen neuen Beitrag "Eurozone: Inflationsziel erreicht & überschritten" geschrieben. 01.12.2018

      Bei der offiziellen Inflationsrate ergibt sich ein ähnliches Bild. Sie muss dringend nach unten manipuliert werden, da der HVPI als Basis für den BIP-Deflator dient. Und diesen braucht man um aus dem nominalen BIP das reale zu machen. Würde man den tatsächlichen BIP-Deflator ausweisen, müsste man feststellen, dass sich z.B. Deutschland in einer Rezession befindet. Das offizielle prognostizierte Wirtschaftswachstum in Deutschland für das laufende Jahr liegt bei 1,6 %. Dies lassen die empirischen Daten aber nicht zu. Die privaten Haushalte und die Unternehmen sind Nettosparer. Der Staat heiligt die schwarze Null. Die Steigerung des Leistungsbilanzüberschusses ist nicht ausreichend um ein Wirtschaftswachstum zu vermuten.

      Auf welcher Basis die EZB ihre Variation des Leitzinses betreibt, ist unklar. Nehmen die den HVPI oder den BIP-Deflator? Draghi selbst hantiert in seinen Pressekonferenzen mit einer ominösen Kerninflation, dabei werden mindestens Energiepreise und Lebensmittel herausgenommen. Was genau noch, weiß man nicht, da "Kerninflation" nicht präzise definiert ist.

      Ohne Frage ist die EZB momentan in einer heiklen Lage. Das Gespenst heißt Stagflation. Nach den unsinnigen monetaristischen Vorgaben müsste sie den Leitzins erhöhen, was aber schädlich für die darniederliegende Konjunktur wäre.

      Wahrscheinlich wird es kommen wie immer und unser Herr Waldner hat wieder ein Grund auf die Geldpolitik der Zentralbanken zu wettern. ;-)

    • Progressor hat einen neuen Beitrag "Eurozone: Inflationsziel erreicht & überschritten" geschrieben. 01.12.2018

      Lieber moneymind,

      ich rate dringend davon ab, die offiziellen Arbeitslosenzahlen als Basis für Überlegungen/Darstellungen zu nehmen. Da in der EU nach einheitlichen Maßstäben getürkt wird, kann man locker von der doppelten Arbeitslosenquote ausgehen.

      Zunächst zur Systematik:

      Erwerbspersonen setzen sich zusammen aus Erwerbstätigen und Erwerbslosen. Die Arbeitslosenquote errechnet sich aus dem Prozentsatz der Erwerbslosen von den Erwerbspersonen. Kommen nun, wie in Deutschland, 1-2 Millionen Einwanderer hinzu, erhöht sich die Anzahl der Erwerbstätigen. Rechnet man die Einwanderer aber nicht zu den Erwerbspersonen und dort nicht als Erwerbslose, dann wird die Statistik zur Makulatur. Zu berücksichtigen ist auch, dass die Einwanderer 15 Monate lang, oder länger, auch als anerkannte Asylbewerber nach dem Asylbewerberleistungsgesetz alimentiert werden und damit schon grundsätzlich aus der Statistik der Arbeitslosenquote fallen.

      Was man im Volksmund Aufstocker nennt, bezeichnet die Bundesagentur für Arbeit als Ergänzer. Sie erhalten ergänzendes Hartz IV, weil ihr Einkommen nicht ausreicht. Als Aufstocker bezeichnet die Bundesagentur für Arbeit die Personen die so wenig ALG I erhalten, dass dies durch ALG II aufgestockt werden muss.

      So, nun zu den Daten:

      Zitat Monatsbericht der Bundesagentur für Arbeit

      "Nach vorläufiger Hochrechnung gab es im November 2018 rund 4.612.000 erwerbsfähige Leistungsempfänger von Arbeitslosengeld und Arbeitslosengeld II. "

      In dieser Zahl sind die Ergänzer mit dabei.

      Nicht dabei sind wie gesagt die Empfänger nach dem Asylbewerberleistungsgesetz.

      Sowie Personen die

      - ein zu hohes Vermögen haben um leistungsberechtigt zu sein
      - deren Lebenspartner ein zu hohes Einkommen/Vermögen hat
      - deren Eltern ein zu hohes Einkommen/Vermögen haben (U25-Regelung)
      - vorübergehend krank Geschriebene
      - mit 63 Jahren zwangsweise in Rente Geschickte

      Nach Schätzungen gibt es damit allein in Deutschland 7,5 Millionen Arbeitslose oder Unterbeschäftigte.

      Wie das in den anderen Ländern genau aussieht weiß niemand. Insofern ist Ihre Frage nach der Entwicklung der Arbeitslosigkeit in der EU auch nicht zu beantworten.

    • Progressor hat einen neuen Beitrag "Man diskutiert wieder Hartz 4 - ohne auf den eigentlichen Punkt zu kommen" geschrieben. 18.11.2018

      Lieber Herr Waldner,

      danke für den Hinweis. Das war mir gar nicht aufgefallen.

      Bei mir bleibt die Frage: Die Finanzierungssalden sagen also nichts über das Wirtschaftswachstum aus, sondern welche Inlandssektoren ihr Vermögen durch die Leistungsbilanzüberschüsse vermehren. Was hat man von dieser Erkenntnis?

    • Progressor hat einen neuen Beitrag "Man diskutiert wieder Hartz 4 - ohne auf den eigentlichen Punkt zu kommen" geschrieben. 18.11.2018

      Danke für den Link. Der war mir verloren gegangen.

      Bei den Finanzierungssalden verstehe ich etwas nicht:

      - Was sagt der aus? Was wird da finanziert?

      - Warum fehlt das Ausland?

    • Progressor hat einen neuen Beitrag "Pierre Moscovici – der letzte Socialiste" geschrieben. 22.10.2018

      Lieber Herr Waldner,

      Sie waren es doch, der sich gegen eine offensiv betriebene Offenmarktpolitik ausgesprochen hat, um die Zinsen für Staatsanleihen in einem verträglichen Rahmen zu halten. Und nun wundern Sie sich, dass sich jemand gegen eine höhere Staatsverschuldung ausspricht?

      Wenn der Staat Schulden macht, dann entstehen auf der anderen Seite Vermögen. Diese wären nicht da, wenn der Staat keine Kredite aufgenommen hätte. Damit ist klar, dass diese Vermögen belastet werden müssen, wenn man die Schulden konjunkturneutral zurück führen will. Ich schlage deshalb Italien eine einmalige Vermögensabgabe von 10 % vor. Damit sind die Staatsschulden wieder in einem verträglichen Maß. Weiterhin ist von der geplanten niedrigeren Unternehmensbesteuerung Abstand zu nehmen, da dies nichts bringt.

      Sicher sind Zinsen kein Problem solange diese unter der Inflationsrate liegen, aber genau da sind sie für Italien halt nicht. Der Risikoaufschlag für italienische Staatsanleihen können auch mit noch so niedrigen Leitzinsen nicht kompensiert werden. Sieht man ja gut gerade.

    • Progressor hat das Thema "Pierre Moscovici – der letzte Socialiste" erstellt. 22.10.2018

    • Progressor hat einen neuen Beitrag "Ein unglaublicher Blödsinn zu den Targetsalden von Paul Steinhardt" geschrieben. 11.10.2018

      Lieber Popper,

      diese Diskussion hatten wir ja schon mal. Wir drehen uns im Kreis.

      Wenn jemand in München einen Geldbetrag an eine andere Bank in Bremen überweist, dann zieht seine Bank den Betrag von seinem Konto und die Deutsche Bundesbank das Geld von seiner Bank ab. Die Deutsche Bundesbank in München schreibt der Deutschen Bundesbank in Bremen den Betrag gut und diese schreibt der Empfängerbank gut. Das nennt sich Clearing und die Salden sind ausgeglichen.

      Würde innerhalb Deutschlands das Target 2 System gelten, gäbe es keine Gutschrift zwischen den lokalen Bundesbanken. Das Ergebnis wäre aber gleich: Die Salden sind ausgeglichen.

    • Progressor hat einen neuen Beitrag "Staatsfond als Problemlöser?" geschrieben. 10.10.2018

      Lieber Herr Buschbeck.

      das mit einem Staatsfond war auch schon meine Idee. Wichtig ist hier dazu zu sagen, dass die eingezahlten Gelder in diesen Fond sofort für den Staatshaushalt verwendet wären. Sonst kommt der Leser auf die Idee dies wäre der Ruf nach einer neoklassischen Kapitaldeckung.

      0,5 % Garantie Verzinsung ist ein bisschen wenig. Bei plus Inflationsausgleich kämen wir uns schon näher. ;-)

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