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Wolfgang Waldner
Beiträge: 817 | Zuletzt Online: 15.01.2019
Name
Wolfgang Waldner
E-Mail:
wolfgang-waldner@t-online.de
Hobbies
Geschichte, Makroökonomie
Wohnort
87437 Kempten
Registriert am:
08.03.2018
Geschlecht
männlich
    • Wolfgang Waldner hat einen neuen Beitrag "Droht durch die Zinserhöhungen der FED eine neue Weltwirtschaftskrise?" geschrieben. Gestern

      Wenn wir gerade bei den Austrians sind - deren Präsident ist ganz einschlägig vernetzt:

      Zitat
      Prof. Dr. Martin
      Rhonheimer

      Präsident

      Professor für Ethik und politische Philosophie an der Päpstlichen Universität Santa Croce, Rom


      Austrian Institute

      Selbstverständlich sind die Austrians keine echt kirchlich-katholische Bewegung, sondern haben sich da schon vor Jahrzehnten das Opus Dei geschaffen, um auf Rom Einfluss zu nehmen.

      Zitat
      Martin Rhonheimer, Professor für Ethik und politische Philosophie an der vom Opus Dei geleiteten Päpstlichen Universität Santa Croce (PUSC) und Mitbegründer des „Lord Acton Kreises“, publiziert derzeit routinemäßig Artikel gegen die Soziallehre der Kirche. Die Botschaft ist dabei stets die gleiche: Freier Markt und Unternehmertum allein, ohne Forderungen sozialer Gerechtigkeit und ohne staatliche Einmischung, wären der beste Weg zum Wohlstand (so zuletzt auch in der „Tagespost“ vom 28. Februar dieses Jahres), doch die Kirche würde dies nicht anerkennen. Aber welches Ziel und welche gesellschaftliche Vision treiben Rhonheimer an?


      feinschwarz.net

      Da gibt es dann schon noch etwas Widerstände von anderen Theologen, die sich über das Opus Dei wundern.

      Man bräuchte da dringend so eine Art Nachrichtendienst, um die Verstrickungen auch nur annähernd zu kennen. Denn ohne diese Netzwerke durchschaut zu haben, kann man Ökonomie nicht kapieren und wundert sich ewig, warum Chefvolkswirte der EZB und Wirtschaftsnobelpreisträger die Verschuldung der Welt beklagen und durch härteres "Sparen" reduzieren möchten und dergleichen Unsinn mehr - und damit höchste Karriere machen, nur damit.

      Während gleichzeitig Kritiker in jeder Weise sabotiert werden.

    • Wolfgang Waldner hat einen neuen Beitrag "Droht durch die Zinserhöhungen der FED eine neue Weltwirtschaftskrise?" geschrieben. Gestern

      Heute kann man übrigens schon lesen, wie man den Sheeples die Krise erklären wird:

      Zitat
      Die Nullzinsen der EZB sollten die Wirtschaft ankurbeln und die Banken stabilisieren. Ein Trugschluss! Was stattdessen erreicht wird, ist eine Erosion der Erträge der Banken und eine schleichende und bisher unerkannte Verseuchung der Kreditbücher mit Krediten, die bei einer Zinswende faul werden. EZB-Chef Mario Draghi ist der Führer einer geldpolitischen Kriegsmaschinerie, die Staaten alimentieren soll und als Nebenwirkung Banken ruiniert. Deswegen nenne ich den sich abzeichnenden Crash auch den Draghi-Crash.


      Interview mit Autor des "Draghi-Crashs"

      Die Nullzinspolitik habe einfach verhindert, dass rechtzeitig mehr gespart worden wäre und keine gefährlichen Risiken eingegangen würden. Natürlich kommt auch Heiner Flassbecks Freund Schumpeter wieder zu Ehren:

      Zitat
      Normalerweise gehen jedes Jahr ein bis zwei Prozent der Unternehmen pleite. Das hat der Ökonom Schumpeter als Prozess der kreativen Zerstörung beschrieben. Aber diese Kräfte wirken nicht mehr, weil diese Unternehmen durch die Nullzins-Subvention künstlich am Leben erhalten werden. Sie müssen ihre Kapitalkosten nicht mehr verdienen. Wenn man auf diese Weise Pleiten verhindert, bindet man immer mehr Ressourcen in schlechten Unternehmen – die können Sie sich vorstellen wie Zombies. Die laufen auch noch rum, obwohl sie eigentlich schon tot sind.


      Und nein, es ist kein Versehen, weil die Leute einfach die Saldenmechanik, die Makroökonomie oder überhaupt ihre ganze VWL und die Welt nicht verstanden hätten und wir das noch weitere Jahrzehnte höflich erklären müssten.

      Und ja, es ist eine große Verschwörung:

      Zitat
      Der frühere Chefvolkswirt und Mitglied des Direktoriums der EZB, Prof. Jürgen Stark schreibt über das Buch: „Ein sehr ernst zu nehmendes Thema, das uns alle betrifft! Das Buch ist ein Weckruf, der hoffentlich noch rechtzeitig kommt und nicht zu schnell verhallt. Eloquent und beeindruckend dokumentiert Markus Krall den Verlust der Wertschätzung unserer marktwirtschaftlichen Ordnung. Die Politik, einschließlich die der EZB, handelt kurzfristig und orientierungslos. Eingriffe in die Märkte und in die freie Preisbildung sind an der Tagesordnung und führen zu massiven Verzerrungen. Der Zins hat seine wichtige wirtschaftliche Signal- und Steuerungsfunktion verloren – wir befinden uns damit im wirtschaftlichen Blindflug.


      Der Draghi-Crash» von Markus Krall: Ein Weckruf, der hoffentlich nicht verhallt

    • Wolfgang Waldner hat einen neuen Beitrag "Droht durch die Zinserhöhungen der FED eine neue Weltwirtschaftskrise?" geschrieben. 07.01.2019

      Auch im neuen Jahr verdichten sich die Hinweise auf eine bevorstehende Wirtschaftskrise. Diesmal soll es eine Krise mit Ansage werden.

      Wenn wir uns an die Finanzkrise 2008 erinnern: Damals hatten die Zentralbanken solange die Zinsen erhöht, bis die Immobilienmärkte eingebrochen sind.

      Dem Publikum wurde aber erzählt, niemand habe die Krise kommen sehen. Sogar die englische Königin spielte gesteuerte Opposition und rügte die Ökonomen, dass keiner von ihnen die Krise habe kommen sehen. So wurden die Sheeples davon abgelenkt, dass man die Krise nicht nur hat kommen sehen, sondern sogar solange die Zinsen erhöht hat, die EZB zuletzt noch im Sommer 2008, bis die Katastrophe nicht mehr aufzuhalten war.

      Diesmal also soll es eine Krise mit Ansage werden:

      Zitat
      Die unbestreitbare Tatsache etwa, dass sich global die Konjunktur abkühlt, was einen enormen Rückschlag vor allem für Europa bringen könnte, ist in den Politikerreden zur Jahreswende nicht einmal vorgekommen.


      Zurückblicken und vorausschauen Von Heiner Flassbeck

      Am gleichen heutigen Tag warnt auch ein zweiter Autor vor der kommenden Krise:

      Zitat
      Heute ist es dringend geboten, sich auf einen Kollaps des Euro vorzubereiten.
      ...
      Wenn es einen Plan gibt und die Betroffenen erkennen ihn nicht, werden sie als Weihnachtsgans den Tisch der Superreichen decken.


      Dem Euro vorausdenken Von Theo Schilter

      Letzteres ist ganz deutlich zu unterstreichen. Wenn die Sheeples sich weiter wie kleine Kinder die Hände vor die Augen halten, um das nicht sehen zu müssen, wird es umso schlimmer kommen.

      Die Krise soll also diesmal keine Überraschung werden, die selbst von den klügsten Ökonomen nicht erwartet worden wäre, sondern die anschwellenden Warnungen vor dieser Krise sollen umso mehr deren Unvermeidbarkeit und Unausweichlichkeit unterstreichen. Man wird den Sheeples dann einreden: Seht, alle haben es gewusst, aber keiner hat es verhindern können! Da war einfach nichts zu machen!

      Man wird die kommende Krise damit erklären, dass gerade die niedrigen Zinsen der Notenbanken wahnwitzige Spekulationen mit Aktien, eine Blase der Anleihenkurse und natürlich in allen Sektoren der Wirtschaft und allen Staaten eine bedenkenlose Verschuldung ermöglicht hätten.

      Die lockere Geldpolitik wäre die Ursache der Krise, was ja seit jeher die These der Neoliberalen war, schon während der Weltwirtschaftskrise ab 1929, nur dass die sich damals noch als Liberale ausgaben und das Neo- erst später hinzu kam.

      Die Sheeples werden es glauben. Im Verlauf der verheerenden Krise wird dann auch das Aus für den Euro kommen, es geht nur noch darum, den Deutschen alle Schuld an den Verheerungen zu geben:

      Zitat
      Der zu erwartende erbitterte Wiederstand Deutschlands gegen erhebliche Reformen stärkt immerhin die Kräfte für den geordneten Ausstieg einzelner Staaten aus dem Euro. Doch auch hierbei würde sich Deutschland natürlich möglichst querlegen. Es würde die Scheidenden nur unter erheblichem Druck ziehen lassen und den ihnen auferlegten Preis möglichst hochtreiben.


      So Theo Schilter und hier gleich Heiner Flassbeck heute wieder:

      Zitat
      Für Deutschland wären gar dreißig Jahre des Zurückdenkens notwendig, um zu verstehen, warum unter deutscher Ägide zwei Währungsunionen fundamental schlecht verlaufen sind.


      Die Linken werden das sofort begeistert aufnehmen, was sie ja schon in der Kita eifrig gelernt haben, und zur gegebenen Zeit überall herumbrüllen: Deutschland ist schuld!

    • Wolfgang Waldner hat einen neuen Beitrag "Randall Wray: "Modernes Geld verstehen: Der Schlüssel zu Vollbeschäftigung und Preisstabilität"" geschrieben. 06.01.2019

      Lieber Herr Theil,


      genau wie Sie sehe ich die Erhaltung der Käufermärkte als eine wichtige Grundlage für den Massenwohlstand der breiten Bevölkerung und für eine gute Zukunft der Menschheit. Darum bin ich Keynesianer und nicht Kommunist. Man kann also nicht einfach jedem einen tollen Wunscharbeitsplatz (als berühmter Schauspieler oder Musiker jeden Abend im Fernsehen für höchste Millionengage ...) oder auch nur "echte Vollbeschäftigung ohne Inflation" versprechen.

      Zitat
      Darf ich mal fragen, wie im Vergleich dazu die Waldner'sche Wunderbescherung ausfallen bzw. worin sie sich von der der Herren Wray, Mitchell, Ehnts usw. unterscheiden würde?


      Zunächst einmal bin ich kein Lügner, der dem Publikum solche Wundergeschichten wie "echte Vollbeschäftigung ohne Inflation" verspricht. Das ist schon mal ganz fundamental aus ganz bestimmten Gründen, die etwas mit den von mir untersuchten Hintergründen der MMT zu tun haben.

      Es wird also eine Inflation brauchen, weil sonst die Geldsparpläne immer die Verschuldungspläne übertreffen. Weil die reale Rendite des realen Kapitals seiner Wachstumsrate entsprechen muss, liegt die so bei drei bis vier Prozent im Schnitt. Angesichts des unternehmerischen Risikos würde also niemand sein Geld riskieren, wenn er es auch auf dem Bankkonto oder ganz sicher in Staatsanleihen inflationsfrei vermehren könnte. Für den nötigen Abstand zum Geldsparen braucht es mindestens 5% Inflation jährlich durch entsprechend steigende Löhne.

      Was da eine "echte Vollbeschäftigung" sein soll, weiß ich nicht zu sagen, es ist halt Dummenfang von Wray und Konsorten. Unter Vollbeschäftigung ist nicht zu verstehen, dass jeder Arbeit hat, möglichst hart und schlecht bezahlt, so nach dem Motto: "sozial ist, was Arbeit schafft"; womöglich noch vom Staat angeschafft mit dem Besen im Stadtpark oder gleich in Workuta.

      Unter Vollbeschäftigung ist zu verstehen, dass die Unternehmer mindestens ebenso dringend Arbeiter suchen, wie die Lohnabhängigen für ein gutes Leben einen qualifizierten Arbeitsplatz mit gerechten Löhnen benötigen. Also nicht 100 Bewerbungen auf jede freie Stelle, die irgendwo der Form halber ausgeschrieben wird, aber längst unter der Hand an jemanden mit Beziehungen vergeben ist, wie es seit Beginn der 1980-er Jahre über Jahrzehnte zu erleben war. Für den nötigen Druck auf die Leistungsbereitschaft der Arbeiter sorgen allein schon die entsprechend der Fähigkeiten zu vergebenden Positionen, wenn wirklich Vollbeschäftigung herrscht. Wer nichts kann, kriegt dann halt trotz freier Führungspositionen keine, aber wer qualifiziert ist, muss sich nicht in Drecksjobs zu Hungerlöhnen pressen lassen, wenn ihm Beziehungen fehlen. Solange es möglich ist, Leute zu entlassen, weil sie zum Beispiel Anhänger der AfD sind, herrschen weder Vollbeschäftigung noch Fachkräftemangel. Das darf es nicht geben.

      Grundsätzlich gilt für die Wirtschaftskrisen unserer Gesellschaft seit mindestens 200 Jahren diese Erkenntnis von Karl Marx, die ich aus verständlichen Gründen lieber nicht in eigenen Worten formuliere:

      Zitat
      Das Kreditsystem, das seinen Mittelpunkt hat in den angeblichen Nationalbanken und den großen Geldverleihern und Wucherern um sie herum, ist eine enorme Zentralisation und gibt dieser Parasitenklasse eine fabelhafte Macht, nicht nur die industriellen Kapitalisten periodisch zu dezimieren, sondern auf die gefährlichste Weise in die wirkliche Produktion einzugreifen - und diese Bande weiß nichts von der Produktion und hat nichts mit ihr zu tun. Die Akte von 1844 und 1845 sind Beweise der wachsenden Macht dieser Banditen, an die sich die Finanziers und stock-jobbers anschließen.

      (Karl Marx, Kapital III, Berlin 1983, Kap. 33, S. 560)


      Darum bin ich auch überzeugter Verschwörungstheoretiker und wenig geneigt, mit Ihnen die Lösung der Probleme durch eine möglichst tiefschürfende Erörterung des guten Stützel zu erhoffen.

      Unsere Argumente werden eher straßenkampftauglich sein müssen, wenn wir das Schlimmste verhindern wollen. Was Sie vermutlich gar nicht im Blick haben können, weil Sie dafür zu sehr auf die Rettung Ihres Throns als König Kunde fixiert sind und die Neoliberalen für Brüder im Geiste halten, was die aber nicht sind. Der neoliberale Käufermarkt war im Russland der kriminellen Oligarchen unter Jelzin und ist heute im Kongo und in Bangladesch zu besichtigen, schöne Träume der Erbengeneration, Hungerlöhne allein bringen halt sogar den reichen Erben kein tolles Leben.

    • Wolfgang Waldner hat einen neuen Beitrag "1st International European Modern Monetary Theory conference February 1-2, 2019 - Berlin, Germany " geschrieben. 02.01.2019

      Die Welt ist klein, ich staune immer wieder, und die wichtigsten Leute kennen sich alle schon lange bevor sie ihre wichtige Rolle in der Politik spielen, manche schon als Kinder durch ihre Familie. Leider finden wir nichts darüber in den Geschichtsbüchern und höchstens klaffende Lücken in den Biografien:

      Zitat
      Sein Vater George Siegmund war kein Bankier, sondern hatte Landwirtschaft studiert und besaß in der Gegend von Urach, einem alten Städtchen in der Schwäbischen Alb, nahe bei Stuttgart, ein großes Gut. Siegmund Warburg liebt dieses Land, er kommt gelegentlich zu Besuch hierher und fühlt sich dort immer noch irgendwie "zu Hause". Damit schockiert er einige seiner weniger toleranten jüdischen Freunde.
      Der hochgebildete und allseits verehrte ehemalige deutsche Bundespräsident Theodor Heuss war ein Nachbar und Freund der Familie Warburg. Ebenso auch der Baron von Neurath, der als Außenminister Hitlers und Reichsprotektor von Böhmen und Mähren der Welt bekannt wurde.


      „WENN SIEGMUND SEINE FINGER IM SPIEL HAT“

    • Wolfgang Waldner hat einen neuen Beitrag "Schuld ist immer der Schuldner, von Heiner Flassbeck (19.12.2018)" geschrieben. 31.12.2018

      Für mich ist da kein Widerspruch zwischen der Darstellung von Stephan und Flassbeck zu erkennen. Der Export erzeugt eine Forderung an das Ausland. Die Exportfirma erhält eine Gutschrift in Landeswährung auf ihrem Konto und die Zentralbank erhält zusätzliche Devisen. Inländische Sparer erwerben aus ganz anderen Gründen und unabhängig davon Fremdwährungsanleihen und dabei verliert die Zentralbank Devisen. Beim Kauf von Grundstücken im Ausland durch Inländer sinken ebenfalls die Devisen der Zentralbank. Flassbeck:

      Zitat
      Aus diesen Überlegungen folgt auch, dass es keinen Nettokapitalfluss vom Überschuss- ins Defizitland geben kann, der über die Lücke in der Leistungsbilanz hinausgeht. Es gibt also niemals einen Nettokapitalfluss (einen Fluss, der alle vorhandenen Transaktionen saldiert), der im Defizitland frei für andere Zwecke verfügbar wäre als für den Kauf der Importe. Gleichwohl gibt es Bruttoströme für alle möglichen Zwecke, so dass bei einer Bruttobetrachtung der Eindruck entstehen kann, das Überschussland „finanziere“, wie im berühmten Fall Spaniens, auch Immobilienbooms.


      Der Professor Sinn hat da die Köpfe verwirrt, als wären Kapitalanlagen in Deutschland halt nicht attraktiv genug (zu hohe Löhne, Sozialabgaben und Steuern und zu wenig Profit) und deshalb würde das deutsche Sparkapital ins Ausland abfließen und dort den Immobilienboom oder gar die Käufe deutscher Autos durch das Ausland "finanzieren".

      Es ist einfach so, dass es "das Kapital", das der Prof. Sinn da immer wegen mangelnder Rendite ins Ausland abfließen und unseren Exportüberschuss finanzieren sieht, gar nicht gäbe ohne den Exportüberschuss, das entsteht genau durch den Verkaufsüberschuss gegenüber dem Ausland. Genau so wie das Geldvermögen sich halt durch einen Verkaufsüberschuss vermehrt, ohne dass es vorher vom Verkäufer gespart und mangels besserer Verwendungsmöglichkeiten dem Käufer geliehen würde.

    • Wolfgang Waldner hat einen neuen Beitrag "Randall Wray: "Modernes Geld verstehen: Der Schlüssel zu Vollbeschäftigung und Preisstabilität"" geschrieben. 30.12.2018

      Was die da als Vollbeschäftigung propagieren, würde die Agenda 2010 noch in allen Punkten negativ übertreffen:

      - Es gäbe nicht einmal mehr 12 Monate Arbeitslosengeld entsprechend der vorangegangenen Einzahlung und Lohnhöhe und 12 Monate Freizeit zur Arbeitssuche.

      - Nach dem Verlust seines Arbeitsplatzes würde jeder sofort dem staatlichen Pufferlager zugeführt und müsste sich dort für einen staatlich bestimmten Hungerlohn zu irgendeiner Drecksarbeit für den privaten Sektor bereit und willig finden. Also keine freie Wahl der Arbeit und des Arbeitsplatzes.

      - Es wird abschreckende Zwangsarbeit als Vollbeschäftigung ausgegeben. So soll die Arbeitslosigkeit überwunden und den Betroffenen ein Gefühl ihres Wertes dank Arbeit vermittelt werden. Dagegen ist sogar Hartz IV noch eine humane Regelung.

      Was da propagiert wird, ist eine Ungeheuerlichkeit!

    • Wolfgang Waldner hat einen neuen Beitrag "Randall Wray: "Modernes Geld verstehen: Der Schlüssel zu Vollbeschäftigung und Preisstabilität"" geschrieben. 30.12.2018

      Das Problem unserer Ökonomien ist übrigens nicht, um das noch mal deutlich klarzustellen, die zwecks Inflationsbekämpfung nötige Drosselung der Konjunktur, bei der auch Arbeitslosigkeit entsteht.

      Das Problem unserer Ökonomien ist der Missbrauch der Geldpolitik für nicht von Inflationsgefahren motiviert inszenierte Wirtschaftskrisen, die einfach der härteren Ausbeutung der Arbeiter, der Umverteilung von unten nach oben, der Brechung der Widerstände im Volk und den Interessen krimineller globaler Finanzoligarchen dienen.

      Um diesen Missbrauch zu verhindern, müssen die Bürger über die geldpolitische Verursachung der Wirtschaftskrisen aufgeklärt werden.

      Arbeitslosigkeit in der Form abzuschaffen, dass dann halt niemand mehr "arbeitslos" wird, sondern durch den Staat sofort in diverse "freiwillige" Zwangsarbeiten für miesen Lohn gepresst werden kann, ist kein anzustrebender Fortschritt.

    • Wolfgang Waldner hat einen neuen Beitrag "Randall Wray: "Modernes Geld verstehen: Der Schlüssel zu Vollbeschäftigung und Preisstabilität"" geschrieben. 30.12.2018

      In der Buchvorschau bei Amazon ist davon die Rede, dass der Staat eine - so wörtlich - "Pufferlager Beschäftigung" für jeden schaffen werde, der "bereit, gewillt und fähig ist, zu arbeiten", und diesem einen festen Geldlohn zahlen werde. Dem arbeitslosen Ingenieur denselben Lohn wie dem arbeitslosen Junkie?

      Die Idee sei nicht neu. Das fürchte ich auch. Neu wäre dagegen, dass es die Preisstabilität fördern werde. Das kann sein.

      Aber nur, wenn die Pufferlager-Beschäftigung abschreckend genug für die "Arbeitswilligen" wäre und die nicht "Arbeitswilligen" entsprechend hart durch Entzug der Sozialleistungen bestraft werden. Das Ganze klingt tatsächlich nach so einer Art "freiwilligem" Arbeitslager für Arbeitslose. Wer nicht "bereit, gewillt und fähig ist, zu arbeiten" unter diesen Bedingungen, wie wird es dem ergehen?

      Die Arbeiter im "Pufferlager" sollen zu einem vom Staat bestimmten Lohn dem privaten Sektor "zur Beschäftigung zur Verfügung stehen". Kann man sich dann als "privater Sektor" ein paar arbeitswillige Perlen aus einem staatlichen Pufflager für seine Villa am Strand aussuchen, die dann so alles tun müssen? Weil wer nicht will, ja nicht "bereit, gewillt und fähig ist, zu arbeiten"?

      Ein neoliberaler Alptraum als linksliberale Revolution von Geld und Wirtschaft getarnt?

      Es sollten da wirklich einige Leute hingehen und sich das mal genauer erzählen lassen.


    • Wolfgang Waldner hat einen neuen Beitrag "1st International European Modern Monetary Theory conference February 1-2, 2019 - Berlin, Germany " geschrieben. 26.12.2018

      Knapps Onkel Justus von Liebig war auch ein Vorfahr der Harnack-Familie:

      Zitat
      Falk Erich Walter Harnack war der jüngste Sohn der Malerin Clara Harnack, geb. Reichau, und des Literaturwissenschaftlers Otto Harnack, ein Neffe des Theologen Adolf von Harnack und des Professors der Pharmakologie und physiologischen Chemie Erich Harnack, Enkel des Theologen Theodosius Harnack und der jüngere Bruder des Juristen und Widerstandskämpfers Arvid Harnack sowie ein Cousin von Ernst von Harnack, der wie sein Bruder ein Opfer des Naziregimes wurde. Seinen Vater, der 1914 Suizid beging, lernte er nicht mehr kennen. Seine Schwester Inge (1904–1974) war von 1922 bis 1930 mit Johannes Ilmari Auerbach und ab 1931 mit dem Violinisten Gustav Havemann, einem Verwandten Robert Havemanns, verheiratet. ...

      Schon sehr früh kam Falk Harnack durch seinen Bruder Arvid mit dem Humanismus in Verbindung, durch den er auch Kontakt zu Menschen bekam, die später zur Widerstandsgruppe Rote Kapelle gehörten.


      Falk Harnack

      Da sind wir also über Knapps Onkel schon bei der Roten Kapelle. Wikipedia will uns damit wohl sagen, dass der Bruder Arvid Harnack schon lange vor 1933 ein Anhänger des großen Humanisten Josef Stalin und V-Mann der Sowjetischen Botschaft in Berlin wurde.

      Zitat
      Von 1919 bis 1923 studierte er Rechtswissenschaften an den Universitäten Jena, Graz und Hamburg und wurde 1924 zum Dr. jur. promoviert. Von 1926 bis 1928 studierte er mit Hilfe eines Rockefeller-Stipendiums Nationalökonomie an der University of Wisconsin–Madison (USA), wo er 1926 die Literaturwissenschaftlerin Mildred Fish heiratete. 1929/30 wurde er in Gießen bei dem Nationalökonomen Friedrich Lenz (1885–1968), mit dem er 1931 die „Arplan“ (Arbeitsgemeinschaft zum Studium der Planwirtschaft) gründete, zum Dr. phil. promoviert.[1] Auf dem Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise hatte das kapitalistische System offensichtlich versagt und das sowjetische Modell schien eine interessante Alternative. 1932 organisierte er eine Studienreise in die Sowjetunion.


      Arvid Harnack

      In Berlin gab es seinerzeit ein Zentrum der Flüchtlinge aus Russland, die über diese interessante Alternative des Bolschewismus und seine Methoden sehr konkret Auskünfte erteilen konnten und wollten. Bei der Arbeitsgemeinschaft Planwirtschaft (ARPLAN) stoßen wir auf weitere große und bekannte Persönlichkeiten wie etwa die Brüder Ernst und Friedrich Georg Jünger, und Georg Lukács.

      Ganz lustig auch die Ehe der Inge Harnack mit Johannes llmari Auerbach, der uns gleich zum George-Kreis führt. Der Text zu dem Gemälde ganz oben:

      Zitat
      Der Mäzen Botho Graef und der 15-jährige Johannes Ilmari Auerbach (Ernst Ludwig Kirchner: „Graef und Freund“, 1914).


      Johannes Ilmari Auerbach

      Zitat
      Durch seine Schwester, der Malerin Sabine Lepsius, hatte er in Berlin Kontakt zum George-Kreis.[3] Auch pflegte er einen Briefwechsel mit Stefan George. ...
      Seiner Fürsprache verdanken Universität und Stadt Jena Kunstwerke von Ferdinand Hodler, Henry van de Velde und Auguste Rodin. Er war Mentor des 1903 gegründeten Jenaer Kunstvereins. Als Freund und Förderer ebnete er Künstlern wie Emil Nolde und Ernst Ludwig Kirchner den Weg.


      Botho Graef

      Jetzt wollen wir aber noch kurz nach den familiären Verbindungen dieser wenigen Familien zu Bolschewismus und Modern Art noch die andere Seite streifen, nämlich die Freunde der Freiheit, wie den Gustav Stolper:

      Zitat
      Andererseits half er zur selben Zeit der befreundeten deutsch-jüdischen Familie Gustav und Toni Stolper bei der Emigration.


      Theodor Heuss

      Gustav Stolper war während der Weltwirtschaftskrise der Herausgeber des einfliussreichen Wirtschaftsblattes "Der Deutsche Volkswirt". Dort war man der Meinung, dass der Kapitalmangel die Ursache der mörderischen Wirtschaftskrise wäre. Dass die Wirtschaftskrise noch nicht überwunden sei (bei sieben Millionen Erwerbslosen im Winter 1932/33, mit Frauen und Kindern mindestens 20 Millionen Menschen allein in Deutschland, weltweit hunderte Millionen, die alle nicht mehr wussten, wovon sie die nächsten Wochen leben sollten), wäre nun, so der "Deutsche Volkswirt" seinerzeit, nur darauf zurück zu führen, dass eben noch nicht hart genug gespart worden wäre. Man müsse jetzt eben noch härter sparen. Wir wissen, wie die Geschichte weiter ging, ganz böse Menschen haben dann mit dem Sparen aufgehört, Gustav Stolper musste emigrieren und sein sehr angesehenes und einflussreiches Wirtschaftsblatt an Hjalmar Schacht verkaufen.

      Zitat
      Seit 1926 war er Chefredakteur der von ihm gegründeten Zeitschrift „Der Deutsche Volkswirt. Zeitschrift für Politik und Wirtschaft“, die er im Juli 1933 anlässlich seiner Emigration in die USA an Hjalmar Schacht verkaufte. In diesem Blatt schrieb u. a. Hanna Meuter über die "Rationalisierung des amerikanischen Wohlfahrtswesens". Eng befreundet war er mit Theodor Heuss und Kurt Riezler.

      Daneben engagierte sich Stolper politisch in der Deutschen Demokratischen Partei. In ihr wurde er 1926 kooptiertes Mitglied des Vorstandes auf Reichsebene. Er hat das Wirtschaftsprogramm der Partei maßgeblich mitverfasst. Seit 1930 war er Spitzenkandidat der Deutschen Staatspartei und zog für diese in den Reichstag ein.[1] Diesem gehörte er bis 1932 an.[2] Zu dieser Zeit erschien auch sein Werk „Die wirtschaftlich-soziale Weltanschauung der Demokratie“ (1930).


      Gustav Stolper

      Der "Deutsche Volkswirt" war also bis 1932 ein Sprachrohr der verschärften Sparpolitik, vor allem an den Opfern der Krise, der Herausgeber Gustav Stolper unterhielt in Berlin einen einflussreichen Gesprächszirkel, sein enger Freund war unser erster Bundespräsident.

      Zitat
      1926 gründete Gustav Stolper das Blatt „Der deutsche Volkswirt. Zeitschrift für Politik u. Wirtschaft“ als Ableger der bereits traditionsreichen Zeitschrift „Der Österreichische Volkswirt“ und machte es für 6 Jahre zu einer der profilierten Wirtschaftspublikationen der Weimarer Republik.


      Der Deutsche Volkswirt

      Ich habe dann mal im Jahre 1986 in den Archiven der Goethe-Universität in Frankfurt die Presse der Jahre 1929-32 studiert und "Der Deutsche Volkswirt" war wirklich erschreckend: Das war eine Propagandaschleuder des bösartigsten Deflationismus, den man sich nur vorstellen kann.

      In den 1980er Jahren während der geldpolitisch verursachten Massenarbeitslosigkeit wurden die Politiker der FDP die übelsten Hetzer gegen den Sozialstaat und die Opfer der Krise. Die Welt ist immer noch ganz klein:

      Zitat
      Im Jahr 2003 wurde Heuss zum Vorsitzenden der in Stuttgart ansässigen Theodor-Heuss-Stiftung gewählt.[4][5] Er überführte die Organisation 2009 in eine gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts. Unter seinem Vorsitz wurden u. a. Rita Süssmuth, Ernst Ulrich von Weizsäcker[6] und Daniel Cohn-Bendit[7] sowie der Künstler Christo[8] mit dem Theodor-Heuss-Preis geehrt ...

      Heuss ist seit 2008 Mitglied und seit 2010 stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit.[9][10] Seit 2011 gehört er dem Programmausschuss an, davon seit 2015 als stellvertretender Vorsitzender, und nimmt in dieser Funktion direkten Einfluss auf die Themenausrichtung der Organisation. Er war wiederholt Laudator bei der Verleihung des Freiheitspreises der Friedrich-Naumann-Stiftung an Kaspar Villiger (2016)[11] und Joachim Gauck (2018).


      Ludwig Theodor Heuss

      Falls im kommenden Jahr mal wieder eine Weltwirtschaftskrise inszeniert wird, können wir hier sicher noch weitere interessante Zusammenhänge diskutieren. Vielleicht werde ich mal einen völlig unglaubhaften Familienroman schreiben, kein Wort davon erfunden.

    • Wolfgang Waldner hat einen neuen Beitrag "1st International European Modern Monetary Theory conference February 1-2, 2019 - Berlin, Germany " geschrieben. 26.12.2018

      Wenn wir gerade bei den Familien sind, den ganz wenigen Familien, die den Gang der Geschichte und Poilitik bestimmen: Der Georg Friedrich Knapp gehörte auch zu den Familien. Was ist die Welt doch klein:

      Zitat
      Seine Eltern waren der aus Michelstadt im Odenwald stammende Friedrich Ludwig Knapp (1814–1904) und die Darmstädterin Katharina Elisabeth Liebig (1819–1890), eine Schwester des später geadelten Chemikers Justus von Liebig. Sein Großvater väterlicherseits war der ehemalige Präsident der 2. Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen Johann Friedrich Knapp. Georg Friedrich Knapp war verheiratet mit der aus Georgien stammenden Lidia Korganow und hatte zwei Töchter: Marianne und Elly, die spätere Frau des ersten deutschen Bundespräsidenten Theodor Heuss. ...

      Knapp wuchs in München im Umfeld seines Onkels Justus von Liebig auf und wurde früh durch den Philosophen Moritz Carrière und den Philologen Friedrich Thiersch in seiner geistigen Entwicklung beeinflusst.


      Georg Friedrich Knapp

      Zitat
      Er gehörte mit Emanuel Geibel, Karl Grün, Karl Marx und anderen einem Poetenkränzchen an. ... Parallel dazu wurde er ab März 1848 zusammen mit Carl Vogt Herausgeber der Freien Hessischen Zeitung.
      Als Dichter ist er mit einer seiner Frau, einer Tochter von Justus von Liebig, gewidmeten Gedichtsammlung unter dem Titel Agnes (Leipzig 1883) aufgetreten ...
      Unter seinen Nachkommen befinden sich u. a. die Schauspieler Till, Mareike und Mathieu Carrière.


      Moriz Carrière

      Natürlich sind die alle irgendwie miteinander verheiratet, verschwistert, verschwägert und schon als Kinder oder spätestens Studenten engstens befreundet. Sogar ich wundere mich immer wieder, wie klein die Welt doch ist. Wer nicht zu den Familien zählt, hat gar keine Chance.

      Zitat
      1908 heiratete Elly Knapp den Journalisten und späteren Bundespräsidenten Theodor Heuss, einen Mitarbeiter Friedrich Naumanns. Sie wurden in Straßburg von Albert Schweitzer getraut.


      Elly Heuss-Knapp

      Und so weiter.

    • Wolfgang Waldner hat das Thema "Holger Lang: Gefängnis Markt: Wie der Neoliberalismus uns alle versklavt " erstellt. 25.12.2018

    • Wolfgang Waldner hat einen neuen Beitrag "Droht durch die Zinserhöhungen der FED eine neue Weltwirtschaftskrise?" geschrieben. 25.12.2018

      Wir Keynesianer wurden ja mit dem Argument angegriffen, dass wir den bösen Kapitalismus retten wollten. Wer jetzt etwas jünger ist, als ich, hat die siebziger Jahre gar nicht mitbekommen, in denen jeder Journalist und Politiker ein Sozialist und Neomarxist sein musste. Den Neomarxismus und die 68-er Bewegung hat man extra dafür propagiert in allen Medien und an allen Universitäten, damit die dann alle von der Weltrevolution träumen, wenn die Notenbanken die nächste Weltwirtschaftskrise inszenieren. Genau so kam es.

      Die Handvoll Keynesianer wurden von den Marxisten und dann noch schlimmer von den Ökospinnern niedergebrüllt, wenn wir die Geldpolitik ansprechen wollten. Denn wir wollten ja nur den Kapitalismus retten oder gar noch durch Zinssenkungen die Konjunktur anspringen lassen und den bösen Konsum, der doch die Umwelt zerstöre, noch mehr fördern. Neomarxismus und Ökobewegung waren das Mittel, den Widerstand der wenigen Keynesianer zu brechen. Dann gab es noch die SPD und Gewerkschaften, die den technischen Fortschritt und die Rationalisierung für die steigende Arbeitslosigkeit verantwortlich gemacht haben. Mit einer Ausnahme in der SPD: Wolfgang Roth. Der war auch ein bunter Hund, so wie ich selber. Sonst war da fast niemand, ein paar wenige Journalisten noch, die aber bald zum Schweigen gebracht wurden.

      Schaut mal in die Artikel von Makroskop, da ist noch heute keine Rede von der Geldpolitik als Ursache der Krisen. Die MMT halte ich für gesteuerte Opposition, die machen auf billigsten Inflationismus, auch mit der Einschätzung bin ich nicht allein auf der Welt, aber wohl allein im deutschen Sprachraum. Woanders wird die MMT ziemlich kritisch gesehen:

      Zitat
      MMT is best understood as political polemic, aimed at beating back the budget deficit hawks. It does not add to economic theory, so talking of policy being made according to MMT does not make sense.


      Modern Money Theory (MMT) vs. Structural Keynesianism from Thomas Palley

      Die halten die MMT für einen polemischen Gegenpol zu den Defizit-Falken, aber sonst für wenig hilfreich. Ich vermute, das ist noch zu positiv formuliert: Die MMT ist Sabotage.

    • Wolfgang Waldner hat einen neuen Beitrag "Droht durch die Zinserhöhungen der FED eine neue Weltwirtschaftskrise?" geschrieben. 25.12.2018

      Ich war mal in Frankfurt bei einer Veranstaltung der dortigen MG-ler (Marxistische Gruppe, ursprünglich München, gesteuerte Opposition), so Ende der 1980-er Jahre.

      Da ging es auch um die Arbeitslosigkeit und ich habe die gefragt, mit was die wohl meinen, dass die Bundesbank die Inflationsgefahren bekämpfen würde. Mit Zaubersprüchen?

      Nein, so ich weiter in der anschließenden Diskussion, die erzeugen zur Inflationsbekämpfung mit Hochzinspolitik die Massenarbeitslosigkeit um die Löhne zu senken.

      Nach der Veranstaltung hatte ich eigentlich erwartet, dass ein paar Teilnehmer noch kurz zu mir kämen, um sich darüber zu unterhalten. Tatsache ist, dass die alle mit einem gewaltigen Abstand links und rechts an mir vorbeigehuscht sind, als hätte ich die Pest.

      Das war in linken Kreisen ganz unerhört, die Bundesbank für die Massenarbeitslosigkeit verantwortlich zu machen. Sowas durfte man nicht! Bei Marxisten schon gar nicht.

    • Wolfgang Waldner hat einen neuen Beitrag "Droht durch die Zinserhöhungen der FED eine neue Weltwirtschaftskrise?" geschrieben. 25.12.2018

      Lieber Jörg,

      Zitat
      schon lustig, wie der jetzt im Waldner-Modus ist. :-)


      die Kritik an der Zentralbank ist nur in linken Kreisen so selten, dass ich über Jahre, Jahrzehnte ganz allein damit war und alle anderen bei jeder leisesten Kritik an den Notenbanken jetzt gleich an mich denken müssen. In weniger linken Kreisen ist das Wissen um den Einfluss der Notenbank ganz trivial, nur bei den Linken wird man damit gleich zum bunten Hund.

      Vermutlich ist es bei den Linken in den USA nicht besser, die waren sicher ebenso nur gesteuerte Opposition, wie bei uns, und durften von der Verursachung der Krisen und der Massenarbeitslosigkeit durch den Paul Volcker und Nachfolger wie Greenspan einfach noch nie etwas gehört oder gelesen haben. Es ist mir ein Phänomen, aber es ist so.

      In den USA werden die Linksliberalen jetzt jeden, der die FED kritisiert, als "im Trump-Modus" beschimpfen (oder loben).

    • Wolfgang Waldner hat einen neuen Beitrag "Droht durch die Zinserhöhungen der FED eine neue Weltwirtschaftskrise?" geschrieben. 24.12.2018

      Weitere Warnungen vom RWER-Blog:

      Zitat
      Before examining the risks, it is worth saying a bit about the good news. The length of the recovery has allowed the unemployment rate to fall to 3.7 percent, the lowest rate in almost 50 years.

      It is important to remember that many people, including many in policymaking positions at the Federal Reserve Board, did not want the unemployment rate to fall this low. They argued that the inflation rate would begin to spiral upward if the unemployment rate fell below 5.0 percent.

      We hit the 5.0 percent level in September of 2015. The world would look very different today if the inflation hawks had carried the day and the Fed raised interest rates enough to prevent the unemployment rate from dipping below this 5.0 percent mark.


      Recession risks for the United States in 2019 from Dean Baker

      Anscheinend weiß außer den Marxisten und anderen Linken jeder, dass Krisen und Massenarbeitslosigkeit halt durch die Notenbanken mit Zinserhöhungen absichtlich verursacht werden. Sollte es im kommenden Jahr zu einer Krise kommen, müssten wir den Dialog mit linken Parteien und gesellschaftlichen Organisationen beenden, die keine monetären Ursachen der verheerenden Krisen kennen, den Arbeitsmarkt weiter flexibilisieren, die Kosten der Krisen auf deren Opfer abwälzen und gar wie die Gewerkschaftsbonzen wieder durch Lohnverzicht und Sozialabbau Arbeitsplätze retten möchten.

      Nur damit verhindern wir weitere Krisen. Die betreiben das halt, solange sie damit durchkommen, und sie können dabei auf ihre gesteuerte Opposition zählen, die diese Krise wieder für unvermeidbar erklären wird.

    • Wolfgang Waldner hat einen neuen Beitrag "Heiner Flassbeck und der Wirtschaftsjournalismus" geschrieben. 24.12.2018

      Noch einmal zu Stützel:

      Zitat
      In der "Volkswirtschaftlichen Saldenmechanik" (1958) - seinem bekanntesten Text - klammert Stützel dieses Thema in der Tat ganz bewußt aus (vgl. dort, S. 82-83), weil er sein Untersuchungsthema dort eng umgrenzt hat. Für diesen Text also hätten Sie recht. Nicht jedoch in seinen schon 1953 verfaßten "Paradoxa der Geld- und Konkurrenzwirtschaft" (Flassbeck vermutlich nicht bekannt, taucht jedenfalls im Gegensatz zur "VW Saldenmechanik" in seinen Literaturverzeichnissen nicht auf), wo er Konjunkturtheorie ausführlich behandelt.

      Zusammenfassend darsgestellt hat er diese - in weiterenwickelter Form - dann nochmals in den Kapiteln 5.8. und 5.9. seiner VWL-Einführung (sein letztes Werk, 1983 verfasst und 1988 in 2. Auflage erschienen). Sie finden den Text zum nachlesen hier, siehe dort v.a. die Seiten 326-342. Ein Verständnis der vorhergehenden Seiten 49-61 (Transaktionen) und 232-326 (Geldstromanalyse) ist dem aber vorausgesetzt.


      Ausgerechnet in seiner "Volkswirtschaftlichen Saldenmechanik" hat Stützel die Saldenmechanik der Konjunktur ausgeklammert. Stützel allein wäre nichts wert, ich selber habe Stützel erst in den Worten unseres Jörg Buschbeck verstanden und empfehle jedem, statt Stützel gleich Buschbeck zu lesen. Den Stützel allein hätte ich nach eine halben Stunde diagonalen Lesens wegen Irrelevanz in den Müll geworfen.

      Seine Ausführungen zur Konjunktur in der oben genannten VWL-Einführung sind auch zu 99% nur vernebelndes Geschwurbel, einschließlich aller Konjunkturzyklen nach Kondratjew und Konsorten und sogar das Wetter hat Stützel erwähnt. Der normale Leser kann mit dem Text gar nichts anfangen, höchstens dass unser Jörg das Geschwurbel wieder in klare und allgemeinverständliche Worte übersetzen mag. Stützel hat alles getan, um seine eigenen logischen Zusammenhänge möglichst unlesbar und unverdaulich zu machen.

      Ich empfehle also Stützel ohne Stützel: Genial ist die Idee, die Buchführung zur Darstellung der makroökonomischen Zusammenhänge konsequent zu nutzen: Ausgaben = Einnahmen; Geldvermögen = Verschuldung; Neuverschuldung = Geldersparnis; Einnahmeüberschuss des einen Sektors der Ökonomie = Ausgabenüberschuss der anderen Sektoren; aber ohne Stützel selber zu zitieren.

    • Wolfgang Waldner hat einen neuen Beitrag "Heiner Flassbeck und der Wirtschaftsjournalismus" geschrieben. 24.12.2018

      Lieber Herr Theil,

      Zitat
      daß hier Marktspannungen eine zentrale Rolle spielen, die sich aus Inkongruenzen zwischen geplanten Gesamteinnahmen ("Gesamtangebot an G/DL") und geplanten Gesamtausgaben ("Gesamtnachfrage nach G/DL"9) ergeben, hat ja auch Buschbeck klar betont, Waldner dagegen hat es noch gar nicht angesprochen.


      mein Holzbaukasten "Makroökonomie für Kleinkinder" stellt genau dieses Thema für jeden verständlich dar, für jeden, der es verstehen will. Die Haushalte planen also ihre Verschuldung, die Geldsparquote und damit die Gesamtausgaben = Einnahmen wegen Neuverschuldung = Geldsparen.

      Vielleicht habe ich Sie auch missverstanden und Sie meinen mit Marktspannungen eher die Spannung zwischen König Kunde und armer Teufel Verkäufer auf ihrem Wunsch-Käufermarkt, dem König Kunde möglichst nichts löhnen will; das Thema habe ich nicht ausführlich behandelt.

      Meine Position zur ökonomischen Dynamik ist einmal die Saldenmechanik der Konjunktur, die ich grafisch ganz verständlich dargestellt habe, was allseits ignoriert wird. Die Dynamik der Konjunktur ist aber gar nicht der wesentliche Punkt.

      Es geht ja um die Frage, was den ökonomischen Fortschritt möglich macht, dass wir also mit weniger Aufwand immer besser leben können. Da lehne ich die Version der VWL strikt ab, dass uns für mehr Wohlstand und ein gutes Leben halt Kapital fehle und vom Konsum abgespart werden müsse. Es fehlt kein Kapital, wir sparen uns nur arm dabei, die Wachstumsmodelle der VWL sind für den Müll.

      Der ökonomische Fortschritt kommt durch die effizienter werdende Gesellschaft, also die möglichst reibungslose Kooperation der Menschen, die Überwindung von Korruption, Kriminalität und jeglicher gegenseitigen Behinderung und Schädigung. Die korrupte Lehre der VWL, mit der ihren Studenten so etwa vier der besten Jahre ihres Lebens vergeudet werden, nur um ihnen die Interessenpropaganda der Neoliberalen für die Superreichen an den Universitäten zu indoktrinieren, ist selber das beste Beispiel dafür, welche gesellschaftlichen Fortschritte da noch möglich sind. Wo Armut und Elend herrschen, fehlt es nicht an Kapital, sondern an anständigen gesellschaftlichen Verhältnissen. So wie die schamlos korrupte VWL zu überwinden ist, so gilt das auch für alle anderen Bereiche und nicht nur an den Universitäten, in den Medien und der Politik.

      Wir leben immer noch unter Bedingungen, wo jeder ständig die anderen irgendwie bescheißen, belügen und über den Tisch ziehen will, und vergeuden damit unsere Lebenszeit und Energien.

    • Wolfgang Waldner hat einen neuen Beitrag "Heiner Flassbeck und der Wirtschaftsjournalismus" geschrieben. 23.12.2018

      Lieber Stephan,

      ich bin gar nicht so materialistisch und konsumistisch eingestellt. Sondern ich bin davon überzeugt, dass eine boomende Konjunktur mit Vollbeschäftigung und steigendem Massenwohlstand ganz von selber dazu tendiert, dass die Menschen auf materiellen Konsum, Statussymbole wie große Autos, Modetrends und dergleichen mehr zu Gunsten von mehr Freizeit, selbstbestimmter Bildung und Selbstverwirklichung verzichten werden.

      Ich bin ja ein Kind der 1970er Jahre, also der Zeit der Parkas und der ganz einfachen und billigen Reisen mit Rucksack als Anhalter, mit Fahrrad oder Rostlauben von Autos, auch das Wohnen in improvisierten Bruchbuden mit einfachster Möblierung. Das war eine tolle Zeit, man hat viel geredet, diskutiert und Bücher gelesen, niemand wäre auf die Idee gekommen, mit einer Rolex herumzulaufen in teuren Anzügen oder Kleidern, mit seiner teuren, geerbten Villa anzugeben, - und das können wir schnell wieder haben, wenn wir erst den Druck von den Menschen nehmen, die Angst vor Arbeitslosigkeit, Karrierebrüchen und Drecksarbeit in Armut.

      Zitat
      Die Gefahr, dass das Kapital auch dadurch wertlos werden kann, dass dessen Grundlage - nämlich der Planet - in mannigfacher Weise zerstört wird respektive massiv in die 'Verwertung' "reinfunkt" ist auf Ihrem Radarschirm nicht zu erkennen.


      Mit gutem Grund sehe ich heute eher die Gefahr, dass der Umweltschutz als zusätzliches Druckmittel gegen die Armen eingesetzt wird, die dann so einen Schwindel, wie die angebliche Klimakatastrophe, teuer bezahlen müssen, durch Deindustrialisierung und steigende Kosten der Lebenshaltung. Zuerst muss es den Menschen gut gehen, dann werden die sich von selber in die Natur einfügen. Angesichts der aktuellen sozialen Missstände das Weltklima retten zu wollen, das ist wieder nur ein von interessierten Kreisen inszenierter Betrug, ich habe den Club of Rome und dergleichen recherchiert und weiß darüber mehr, als ich hier schreiben dürfte.

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