#1 Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Progressor 11.07.2018 05:36

avatar

Die Berechnung des BIPs obliegt in Deutschland dem Statistischen Bundesamt, dort wird definierf:

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist ein Maß für die wirtschaftliche Leistung einer Volkswirtschaft in einem bestimmten Zeitraum. Es misst den Wert der im Inland hergestellten Waren und Dienstleistungen (Wertschöpfung), soweit diese nicht als Vorleistungen für die Produktion anderer Waren und Dienstleistungen verwendet werden. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird in jeweiligen Preisen und preisbereinigt (Deflationierung mit jährlich wechselnden Vorjahrespreisen und Verkettung) errechnet. Auf Vorjahrespreisbasis wird die "reale" Wirtschaftsentwicklung im Zeitablauf frei von Preiseinflüssen dargestellt. Die Veränderungsrate des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukt (BIP) dient als Messgröße für das Wirtschaftswachstum der Volkswirtschaften. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist damit die wichtigste Größe der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen und gehört zu den Indikatoren des Verbreitungsstandards des Internationalen Währungsfonds (IWF).

Die BIP-Berechnung ist in der EU einheitlich festgelegt (über 700 Seiten!).


Welche Güter zum BIP zählen wird von Volkswirtschaft zu Volkswirtschaft unterschiedlich gehandhabt. Für die EU z.B. gilt u.a.:

1. Alle Endprodukte für die Mehrwertsteuer bezahlt werden muss.
2. Mietzahlungen, bei selbst genutzten Immobilien wird ein kalkulatorischer Wert angesetzt.
3. Erstellte aber nicht verkaufte Güter. Die werden im Posten Vorratsveränderungen mit ins nächste Jahr übernommen und schmälern im Folgejahr das BIP, wenn sie verkauft werden.
4. Schätzungen zur Schwarzarbeit ("Beitrag der Schattenwirtschaft").
5. Seit dem Jahr 2014: Militärgüter und geschätzte Umsätze bezüglich Drogenhandel, Zigarettenschmuggel und Prostitution.
6. Export abzüglich Import (= Leistungsbilanzüberschuss bzw. - Defizit, wird auch Aussenbeitrag genannt)

Nicht zum BIP zählen auf jeden Fall u.a.:

1. Gebrauchte Güter, z.B. Bestandsimmobilien.
2. Vermögenswerte. Beispiel: Jemand kauft ein Überraschungsei und findet dort eine seltene Figur, die er bei Ebay für 200 Euro verkaufen kann. Dies zählt nicht zum BIP.


Man sieht, dass zur BIP-Berechnung viele Schätzwerte Einlass finden. Zusammen mit der schwierigen Ermittlung der Inflation (hier BIP-Deflator genannt) kann man das BIP als ziemlich ungenau bezeichnen. Verschätzt man sich zu Beispiel bei der Schattenwirtschaft nur um 70 Milliarden, was bei diesen Größenordnung schnell mal passieren kann, dann wird aus einem angeblichen Boom eine Rezession.


Verwendete LInks:

BIP-Definition Destatis:
https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/...thoden/BIP.html

EU-einheitliche Regelung zu gesamtwirtschaftlichen Rechenwerke:
https://ec.europa.eu/eurostat/documents/...8a-e2ca93ffd056

Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen | ©Xobor.de