#1 Anmerkungen zu den Thesen von Flassbeck und Steinhart zum deutschen Handelsbilanzüberschuss gegenüber den USA von Dberndjt 29.06.2018 17:01

1) Flassbeck und Steinhart haben in diversen Artikeln hier im Makroskop sich mit diesem Thema auseinandergesetzt und im nicht zu deutenden Überschuss von rd. 65 Mrd $ zugunsten D Verständnis für das Beschäftigungsproblem der USA gezeigt und ihre bekannte Thesen wiederholt, dass das Anliegen der USA berechtigt ist und hat die Ursachen im Lohndumping Deutschlands und dem zu niedrigen Euro gesehen (deutscher Euro). Der Schuldige ist gefunden, Deutschland nach Flassbeck als Staatssekretär unter Lafontäne und das tolle: Den deutschen wurde nach dem Zusammenbruch des Bretton Woods Verreinbarung der Euro zur Verfügung gestellt, damit (um….) diese unfaire Politik betreiben zu können.

2) Gegenargumenten aus verschiedenen Kreisen, u.a. dem Ifo Institut wird widersprochen, die ausgeglichene Leistungsbilanz als bessere Messlatte anzuwenden und den Vergleich auf die gesamte EU zu erweitern.

3) Ich bin nicht Spezialist genug um mich in die Details zu begeben, frage mich als interessierter Leser aber folgendes:

a. Nehmen wir die HB als Maßstab und sehen wir uns die gesamte EU an, dann sind EU-27 Länder mit insgesamt 88 Mrd. $ gegenüber den USA positiv und Deutschland alleine mit 65 Mrd. $. Das passt die Argumentation von Flassbeck/Steinhart dann zum Überschuss der EU-27 Länder, die trotz des zu hohen Euros (für sie) den Überschuss erwirtschaften?

b. Wir alle wissen, dass die USA sehr stark aufgrund eigener ökonomischer Überlegungen in China und anderen Billiglohnländern haben arbeiten lassen und von dort in die Welt exportieren? Der Gewinn wird aber in der ein oder andren Weise in die USA transferiert. Kann es sein, dass defakto dies zu einer Handelsbilanzschwächung der USA geführt hat , die uns nicht anzulasten ist. Stichwort: Gewinn bei uns und Warenlieferung durch andere?

c. Kann man in Euro oder Dollar gemessene Handelsströme als Messlatte für damit verbundene Arbeitsplätze nehmen? Als ersten Indikator vielleicht, wenn man 3.b) eliminiert. Aber: Würde Deutschland/Europa die Gaslieferungen von Russland abziehen und nach den USA verschieben, wäre das dann in die richtige Richtung? Überspitzt kann man xMrd. Umsatz mit Fahrzeugen ersetzen durch X Mrd. Umsatz Gaslieferung ? (nur als theoretisches Beispiel)

d. Wenn Amazon (als Beispiel) sein know-how an eine europäische Gesellschaft verkauft, lizensiert etc., dann mag dies in der Handelsbilanz/Leistungsbilanz enthalten sein oder nicht. Ich bezweifle aber, ob der Beschäftigungseffekt dieses vorzüglichen Konzepts mit seinen Auswirkungen auf die Zerstörung des klassischen Einzelhandels in Deutschland und Europa ablesbar ist. Gleiches gilt für Microsoft, Google und andere, die in der Lage waren, zumindest für die USA Gewinn zu generieren und in Europa durch Zerstörung des Wettbewerbs Arbeitsplätze zu vernichten. Natürlich gibt es auch positive Effekte, keine Frage, aber man muss da doch mal hinschauen.

e. Wenn man Zahlen vergleicht, dann sollten die auf gleicher Basis vergleichen.

i. Ich vermag nicht zu sagen, ob der Dollarkurs/Eurokurs fair ist. Sicher ist er nicht nur realwirtschaftlich bedingt, sondern gerade beim Dollar als Leitwährung stark gestaltbar, insbesondere von den USA.

ii. Ist es fair, wenn die USA andere, nämlich niedrigere Kosten dadurch herstellen, dass sie ihre Unternehmen mit günstigeren Kosten der Umwelt belasten, sie weniger Sozialkosten tragen lassen, um nur einiges zu nennen

iii. Wie sieht denn die Bilanz in der Zukunft aus, wenn D und ie Europäer beispielsweise die Verteidigungsausgaben erhöhen und vor allem in den USA einkaufen(Preis egal?)?

f. Schließlich: ich habe viel Kritik an Deutschland von den Herren Flassbeck und Steinhardt gefunden, aber keine Kritik an den USA. Die haben verständlicherweise ein Beschäftigungsproblem und denen muss geholfen werden, vor allem durch D, so die These

Es ist bekannt, dass in den USA das „gemeine Volk“ von den Gewinnen der Superreichen kaum etwas abkriegt und eine soziale Abfederung der Arbeitslosen nicht erfolgt. Vielleicht, Herr Flassbeck und Herr Steinhart, sollte man das mal einfordern

g. Schlussbemerkungen:
Vor diesem Hintergrund habe ich große Zweifel, ob man aus irgendwelchen Zahlenspielchen betreffend den Teilaspekt Handelsbilanz sinnvolles wird ablesen und schlussfolgern können hinsichtlich der Beschäftigungseffekte. Wenn man die Effekte über das Finanzwesen und das Rechtssystem mi t einbezieht, sehe ich nicht das D und Europa Grund hat sich durch einseitige Argumentation auch noch zu schwächen.

Unterstellen wir, die Handelsbilanz sei der vereinbarte Indikator für einen fairen Handel zwischen Ländern (was er nach meiner Kenntnis nicht ist, sicher nicht in der heutigen Zeit, so habe ich von Flassbeck und Steinhart nicht gefunden, wie Deutschland die Herausgabe von einem Überschuss von 244 Mrd. €/a mangen soll (davon 65Mrd an die USA und 159 Mrd€ an die EU-27) und wie sicher gestellt werden soll, dass die EU-27 dies auch übernehmen kann, technologisch etc., und wie die EU-27-Länder auch noch 88Mrd.$ an die USA herausgeben soll, wir sprechen ja von Menschen/Know How/Investitionen etc. Solange das nicht klar ist und wir das wirklich wollen, sollten wir nicht mit Zahlenakrobatik nicht versuchen Deutschland zu schwächen und die USA zu stärken. Die USA können sich selbst helfen.

#2 RE: Anmerkungen zu den Thesen von Flassbeck und Steinhart zum deutschen Handelsbilanzüberschuss gegenüber den USA von Dberndjt 29.06.2018 17:38

..leider ist es mir technisch nicht möglich gewesen, einige Unebenheiten im Text zu korrigieren. Ich bitte um Entschuldigung.
Ferner ist der Einschub unterblieben:

ich frage mich, ob in der heutigen internationalen arbeitsteiligen Wirtschaft das Konzept des ausgeglichenen Handels überhaupt noch angebracht ist. Mag sein, dass er bei einem Konzept der Isolation von Blöcken dies wieder mehr Gewicht bekommen muss. bis jetzt jedenfalls , überzeugt mich die Notwendigkeit bei freien Wechselkursen, ungedeckter Währung und im Prinzip und der Tendenz weltweiter Niederlassungsfreiheit so nicht

#3 RE: Anmerkungen zu den Thesen von Flassbeck und Steinhart zum deutschen Handelsbilanzüberschuss gegenüber den USA von Wolfgang Waldner 29.06.2018 18:01

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Das deutsche Lohn- und Sozialdumping mit der Agenda 2010 durch SPD und GRÜNINNEN ist eine traurige Tatsache und die deutschen Arbeiter, Erwerbslosen, Rentner und viele Gruppen mehr haben darunter zu leiden.

Ein Lohn- und Sozialdumping darf es in einer Währungsunion nicht geben, das ist eine logische Tatsache, ganz unabhängig davon, wie man die Folgen dann zuordnen möchte. Ob man also den Handelsüberschuss dann damit erklärt, oder damit, dass die deutschen Waren halt so toll wären, oder den Überschuss mit anderen Transaktionen verrechnen und klein rechnen möchte. Es ist auch unerheblich, welche Probleme man dann im Detail diskutieren möchte, warum also der Handelsüberschuss gut wäre, womöglich gar unsere Handelspartner davon profitieren würden.

Die deutschen Löhne und Sozialleistungen müssen an die deutsche Produktivität angepasst werden. Unterstützt mit politischem Einfluss, so wie ja auch die Massenarbeitslosigkeit für das Lohn- und Sozialdumping absichtlich verursacht wurde und die Agenda 2010 dann noch den Druck auf die Opfer dieser verbrecherischen Geldpolitik verstärkt hat.

Gerade im unteren Lohnbereich sind die Löhne seit der von den Neoliberalen mit Hochzinspolitik gezielt verursachten Massenarbeitslosigkeit zu Beginn der 1980er Jahre nicht mehr oder lange nicht angemessen genug gestiegen. Das lag vor allem daran, dass von korrupten Professoren, Politikern, Journalisten und Gewerkschaftsbonzen die gezielt verursachte Arbeitslosigkeit mit angeblich zu hohen Löhnen erklärt wurde. Es gälte nun, Lohnverzicht zu üben, die Belastung der Unternehmen mit Lohnnebenkosten zu verringern und die Steuern für die Profite zu senken, bis sich die Ausbeutung der Arbeiter wieder rentiere. Darauf haben sich sogar die Gewerkschaftsbonzen verständigt, während in den Bildungseinrichtungen des DGB die Wertform nach Marx analysiert und der Keynesianismus totgeschwiegen wurde.

Also rauf mit den Löhnen und Sozialleistungen in Deutschland, bis die Lohnstückkosten zu unseren Handelspartnern angeglichen sind, und Schluss mit allen Debatten, die davon nur ablenken wollen. Vor allem natürlich Schluss mit dem Lohn- und Sozialdumping bei unseren Partnern im Euroraum, die damit ihre Löhne und Sozialleistungen an das deutsche Dumpingniveau anpassen sollen. Denn damit wird überall der Binnenmarkt zerstört und eine unerträgliche Massenarbeitslosigkeit verursacht.

#4 RE: Anmerkungen zu den Thesen von Flassbeck und Steinhart zum deutschen Handelsbilanzüberschuss gegenüber den USA von Progressor 29.06.2018 18:15

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Lieber Dberndjt,

ein Makroökonom darf das Wort "Handelsbilanz" niemals in den Mund nehmen, es muss immer die Leistungsbilanz betrachtet werden. Insofern könnte man sagen. Sie "reiten ein totes Pferd".

Das gilt auch für Herrn Waldner. ;-)

#5 RE: Anmerkungen zu den Thesen von Flassbeck und Steinhart zum deutschen Handelsbilanzüberschuss gegenüber den USA von Dberndjt 29.06.2018 18:33

Herr Progressor,
Aber Sie haben schon die Artikel von den Herren gelsen und den Streit mit dem Ifo Institut begriffen? Na klar, werden Sie antworten. Sehen Sie ubd deswegen habe ich HB gesagt. Und Trump witft uns ja auch dieses Detail vor.

Das zum Wort. Zum Inhalt bleibe ich an Kommentar interessiert..

#6 RE: Anmerkungen zu den Thesen von Flassbeck und Steinhart zum deutschen Handelsbilanzüberschuss gegenüber den USA von Dberndjt 29.06.2018 18:37

Herr Waldner,
Ich habe ihren Kommentar zur falschen Politik der Gewerkschaften und den bösen Mächten verinnerlicht und mache mir Gedanken...

#7 RE: Anmerkungen zu den Thesen von Flassbeck und Steinhart zum deutschen Handelsbilanzüberschuss gegenüber den USA von btc76 07.07.2018 12:56

Hallo Dberndjt, ich bin beeindruckt, Sie Stellen Fragen, bitten um Antworten, und jeder der sich die Mühe macht etwas zu schreiben wird von Ihnen bepöbelt.
Der eine Progressor versteht nicht wovon er spricht und Herr Waldner ist mit bösen Mächten im Bunde.

Abgesehen davon das Herr Waldner recht hat und zurecht auf die Agendapolitik im Zusammenhang mit Ihrer Frage hinweist, von mir nur so viel. Sie finden die Antwort auf all Ihre Fragen auf Makroskop :)

#8 RE: Anmerkungen zu den Thesen von Flassbeck und Steinhart zum deutschen Handelsbilanzüberschuss gegenüber den USA von Dberndjt 11.07.2018 18:57

@btc76

Sind wir denn hier in einem Flassbeck/Steinhart Echoraum? Was ich davon halte, habe ich an anderer Stelle bereits ausgeführt.
Oder haben Sie inhaltliche Anmerkungen?

#9 RE: Anmerkungen zu den Thesen von Flassbeck und Steinhart zum deutschen Handelsbilanzüberschuss gegenüber den USA von btc76 13.07.2018 11:42

Dberndjt,

Ich habe ledigliche die polemische und inhaltslose Arte Ihrer Reaktion kritisiert, eine Diskussion macht natürlich nur dann Sinn wenn man sich offen auf Augenhöhe begegnet.

Ich persönlich habe darüber hinaus den Eindruck, das Sie sich hier lediglich aufgrund Ihrer Antipatie gegenüber Flassbeck und Steinhardt abarbeiten. Dann reicht es aber wenn Sie schreiben "Ich kann die nicht leiden und finde alles was die sagen doof"

#10 RE: Anmerkungen zu den Thesen von Flassbeck und Steinhart zum deutschen Handelsbilanzüberschuss gegenüber den USA von dberndjt 13.07.2018 16:30

da liegen Sie völlig falsch. ich hatteFL im Tv gesehen und erlebt, dass er nicht zu Wort kam . daraufhin habe ich ihn fragend und interessiert und um Aufklärung bittend mit vollem Namen angeschrieben um zu erfahren, was er eigentlich sagen wollte. Dann wurde ich auf Makroskop verwiesen und bin entsetzt.

darüber habe ich die Herren auch informiert.

vor diesem Hintergrund: was Ihr sachlicher Vortrag?

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